11 Lifehacks für Jugendfreizeiten

Nun hat der Sommer richtig begonnen und damit auch die Zeit der nächsten Jugendfreizeit. Für uns ging es dieses Jahr nach Norwegen. Wieder einmal tolle Erfahrungen und eine unglaublich gute Zeit. Nach einigen Tagen der Freizeit haben wir als Team festgestellt, dass wir alle gewisse Strategien haben, um die (manchmal anstrengenden) Tage gut zu überleben.

Eine Jugendfreizeit kann großartig sein. Sie kann allerdings auch an den Kräften zehren. Du bist den ganzen Tag ansprechbar, irgendjemand braucht immer etwas und meistens schläfst du deutlich weniger als geplant – selbst dann, wenn du ganz früh ins Bett möchtest. Ein paar kleine Lifehacks für Jugendfreizeiten machen deshalb einen erstaunlich großen Unterschied, wie es dir nach drei Tagen geht.

Mittlerweile mache ich seit 20 Jahren Freizeiten. Außerdem habe ich unser Team gefragt, was ihnen auf einer Freizeit wirklich hilft. Kaffee wurde auffällig oft genannt. Daneben kamen aber auch einige andere ziemlich brauchbare Antworten zusammen. Hier die 11 besten Lifehacks für Jugendfreizeiten:

1. Pack Dinge ein, die dir guttun

Die Jugendfreizeit beginnt lange vor der Abfahrt, nämlich beim packen. Oft geht das pragmatisch vonstatten. Eine Liste wird abgearbeitet und der Gedanke was man für die Teens noch brauchen könnte schwingt immer mit. Nimm dir aber nicht nur funktionale Kleidung und Arbeitsmaterial mit. Pack auch Dinge ein, mit denen du dich zuhause wohlfühlst. Das kann ein gutes Buch sein, deine Lieblings-Holy-Sorte oder ein bequemer Klappstuhl fürs Camp.

An diesem Punkt beginnt in deinem Kopf schon das Mindset, welches dich begleiten wird. Wirst du alles hingeben und die letzten Kräfte aufbrauchen oder schaffst du es, dich selbst so zu versorgen, dass du bis zum letzten Tag voller Kraft für die Teens da sein kannst? Ich habe in den letzten Jahren auf jeden Fall gemerkt, dass ich etwas brauche, worauf ich mich am Ende eines langen Tages richtig freuen kann.

Warum sollte man auf einer Freizeit absichtlich unbequemer leben als nötig?

2. Sorge selbst für guten Kaffee

Verlass dich bei Kaffee besser nicht vollständig auf Haus und Einkaufsliste. So oft schon habe ich erlebt, dass die morgendliche Tasse einzig und allein zum Thron führte.

Nimm deine bevorzugte Sorte, einen eigenen Becher und einen Handfilter mit. Damit bist du gut ausgestattet. Wenn etwas mehr Platz im Koffer ist, kann es auch eine Chemex oder gar die Moccamaster sein. Vielleicht kannst du dich auch mit den einen oder anderen zusammentun und gemeinsam für ein schönes Ritual sorgen.

Übrigens: Es ist nicht verkehrt, hin und wieder mal einen kurzen Stopp einzulegen und einen Kaffee vor Ort zu genießen. Wer nach einer Italienfreizeit keinen Espresso getrunken hat, war nicht zu viel beschäftigt, sondern einfach nur selbst schuld.

Für manche Menschen ist Kaffee ein Getränk. Für Mitarbeitende auf einer Jugendfreizeit ist er in der Regel Teil der Grundversorgung. Genau daran sollte man nicht sparen.

3. Eine richtige Taschenlampe ist Pflicht

„Taschenlampe brauche ich nicht, ich hab doch ein Smartphone.“ Diesen Satz habe ich schon oft gehört. Wusstest du aber, dass Smartphones beim Roaming deutlich mehr Strom verbrauchen? Abends sind sie immer leer. Außerdem: Wann bist du mit deiner Smartphonefunzel das letzte Mal draußen unterwegs gewesen? Für die kleine Leuchte zwischendurch mag das alles ausreichen. Was ist aber, wenn im Camp der Strom ausfällt, wenn du hinterm Haus nach den Geräuschen einer Bisamratte suchst oder wenn jemand bei einer Nachtwanderung mit dem Fuß umknickt?

Es gibt richtig gute Taschenlampen, die in die Hosentasche passen und Monsterlicht machen. Ich selbst trage tagtäglich meine Olight Perun Mini mit mir herum. Seit fünf Jahren. Auf einer Freizeit sollte sie unbedingt Pflicht sein. Mit dem kleinen Clip kann man sie sogar am Körper festmachen und hat beide Hände frei. Glaube mir, du wirst staunen, wie oft du dich über das etwas mehr Licht freuen wirst.

Um kurz nochmal auf die Smartphone-Thematik zurück zu kommen: Eine gute Powerbank gehört natürlich ebenfalls ins Handgepäck.

4. Stell dir dein kleines Überlebensset zusammen

Manche Dinge brauchen kaum Platz, machen während einer Jugendfreizeit trotzdem einen Unterschied. Gaffa-Tape, Kabelbinder, Karabinerhaken, Feuerzeug, feuchte Tücher, Einweghandschuhe, Sicherheitsnadeln, Schnur, Edding, Sekundenkleber und Taschenmesser kommen seit Jahren schon bei jeder Freizeit zum Einsatz. Man kann kaputte Flipflops reparieren oder lauten Menschen beim Gebet zur zur Stille verhelfen. Man kann Wäsche aufhängen oder ein kaputtes Türschloss reparieren. Manche schwören auch auf ein Multitool. Das habe ich grundsätzlich beim Angelset dabei, nutze es aber nicht so oft, wie man eigentlich denkt.

Der eigentlich Lifehack liegt nun aber nicht im Material, sondern im Packmaß. Drei Meter Gaffatape kannst du problemlos auf eine alte Scheckkarte aufwickeln. Paracord kann man super als Anhänger am Messer befestigen. Eine Tube Sekundenkleber passt mit dem restlichen Material locker in eine alte Bonbondose und einen Edding kann man auch in Kurzform kaufen. So bist du mit wenigen Kubikzentimetern für alle Fälle gerüstet.

Mein persönlicher Geheimtipp sind übrigens noch mein Spork (eine Mischung aus Plastikgabel und -Löffel), ein Mehrfachstecker und Merinosocken. Außerdem ein echter Plastikstrohhalm im Handgepäck. Damit wird jeder Besuch beim großen M zum einzigartigen Erlebnis.

5. Nimm genug zu trinken für die Fahrt mit

Jugendfreizeiten müssen möglichst günstig sein. Daher findet die Anreise in der Regel mit dem Reisebus statt. 3 Liter trinken pro Tag mögen ein guter Richtwert sein. Staus, Pannen und Umleitungen verlängern Busfahrten aber schneller, als dir lieb ist. Wenn du einmal drei Stunden Wartezeit im Hochsommer ohne Klimaanlage erlebt hast, weißt du, wie schnell Wasser zu Gold wird.

Seit vielen Jahren schon fahre ich mit mindestens fünf Litern im Rucksack los. Manchmal bleibt dann eine kleine Flasche Sprudelwasser übrig, die kann dann nach zehn Tagen Krümeltee für ein richtiges Geschmackserlebnis im Camp sorgen. Ja, das mögen zwei Kilo mehr sein, die es zu schleppen gilt. Aber im Fall der Fälle lohnt sich diese Schlepperei.

Grundsätzlich plane ich diesen Extraliter übrigens nicht nur für mich, sondern für die ganze Gruppe. Es sind auf jeder Jugendfreizeit mindestens 50 Liter Trinkwasser mit an Bord – so gepackt, dass man jederzeit an sie ran kommt.

6. Wichtige Informationen müssen offline sein

Speichere die Adresse des Hauses, wichtige Telefonnummern und Karten der Umgebung auf deinem Handy. Die Offlinefunktion von Google Maps ist hier Gold wert. Alternativ kann auch eine Geocaching App gute Dienste leisten. Gerade im Ausland oder in ländlichen Gegenden ist zuverlässiger Empfang keine Selbstverständlichkeit. Vor wenigen Tagen stand ich noch mitten in der norwegischen Pampa, ohne Empfang und musste mich mit Karte und Kompass bewegen. Zwei wichtigste Notfallnummern solltest du außerdem im Kopf haben, um von jedem Telefon jemanden erreichen zu können.

Für den Ort an dem du dich aufhältst, gibt es bei der Touristinformation echte Karten auf Papier. Die solltest du dir auf jeden Fall besorgen, um im Fall der Fälle Orientierung zu haben. Es muss nicht immer nur um Wanderungen in der Natur gehen, manchmal ist die Navigation zum nächsten Zahnarzt die größere Herausforderung.

Es gibt eine Reihe weiterer Informationen, die nicht nur digital vorliegen sollten. Teilnehmerlisten, Zugangsinformationen zum Haus, Tickets für Fähre und Mietwagen. Das ist allerdings Aufgabe von Leitung und dem gesamten Team, da musst du dir keinen großen Kopf machen.

7. Bereite dich auf den Ort vor

Es gibt nichts nervigeres, als an einem Ort anzukommen, 50 müde pubertierende Teenager im Rücken zu haben und nicht zu wissen, wer wann wo sein soll. Genau deswegen besuche ich jedes neue Freizeitheim vorher. Immer. Nur zu Coronazeiten gab es einmal eine kleine Ausnahme.

Man muss heutzutage aber nicht zwingend persönlich vor Ort gewesen sein. Die Technik macht es möglich. Sobald du die exakte Adresse vom Ort hast, kannst du über Google Maps und Google StreetView viele kleine Details herausfinden. So ist der nächste Einkaufsladen, wo eine Apotheke und wo ein Geldautomat?

Ein Blick in die Wetterapp verrät dir übrigens erstaunlich zuverlässig, welche Temperaturen dich erwarten, sobald du den Bus verlässt.

Du solltest dich auch darauf vorbereiten, dass sowohl Sonne und Regen, als auch die Mückenpopulation etwas anders aussehen könnten, als in der Heimat. Mückenschutz sollte unbedingt den Stoff DEET enthalten, um gegen die bösen Biester im Norden und Süden zu helfen. Heißem Sand am Strand kann man wunderbar mit alten Socken oder Badeschuhen begegnen. Letztere sind für Reisen in Kroatien sogar unbedingt zu empfehlen.

Es macht auch Sinn, daheim schon daran zu denken, was du im Fall der Fälle brauchst. Eine Salbe gegen Sonnenbrand und Mückenstiche ist im Gepäck besser platziert, als auf der Einkaufsliste für dein Küchenteam.

8. Nimm dir kleine Rückzugsmomente

Eine Jugendfreizeit ist eine wunderbare Form von Gemeinschaft und gemeinsamer Zeit. Hin und wieder braucht es aber auch den Moment für dich allein. Grade wenn man alle Mahlzeiten als Gruppe teilt und tagelang im Mehrbettzimmer wohnt, bleibt genau dies schnell auf der Strecke.

Nein, es braucht keinen ganzen freien Tag oder drei Stunden einsamer Meditation. Zehn Minuten alleine, eine warme Dusche, ein Kapitel in deinem Buch oder einfach etwas TikTok beim großen Geschäft können Wunder bewirken.

Eine kurze Pause ist kein Zeichen von mangelnder Motivation. Sie verhindert, dass du nach drei Tagen von jedem noch so kleinen Geräusch genervt bist und unschuldige Menschen anblaffst.

Eventuell hast du Glück und einen verständigen Freizeitleiter wie mich. Dann sprich mit dem, ob es nicht möglich sein könnte, generelle Ruhepole zu schaffen. Seit vielen Jahren schon habe ich das Konzept vom ungeplanten Brunch eingeführt. Wenn ich merke, dass die Gruppe platt ist und das Team eine Pause braucht, wird das Frühstück kurzerhand auf 11 Uhr verschoben und bis dahin können alle entspannt ausschlafen – oder morgens die Zeit für einen kleinen Blogbeitrag nutzen.

9. Verbringe trotzdem Zeit mit deinem Team

Die gemeinsamen Abende mit den anderen Mitarbeitenden gehören oft zu den besten Momenten einer Jugendfreizeit. Dort könnt ihr erzählen, lachen, den Tag auswerten und Dinge ansprechen, die nicht gut gelaufen sind. Ein gutes Team entsteht nicht allein durch Aufgabenverteilung. Es wächst auch dort, wo Menschen ehrlich miteinander reden und gemeinsam Zeit verbringen.

Das Ganze muss natürlich in einem gewissen Rahmen bleiben. Regelmäßig habe ich erlebt, dass Teams sich abends nach zwölf zusammengesetzt haben und dann morgens um kurz nach sieben wieder tagten. Was genau sich in der Zwischenzeit verändert haben sollte, konnte ich nicht verstehen. Geplante sechs Stunden Maximumschlaf pro Nacht fand ich schon immer ziemlich verantwortungslos…

Mach dir immer wieder bewusst, dass Jesus keine Einzelkämpfer braucht. Er hat dich an die Seite von guten Menschen gestellt, mit ihnen gemeinsam kannst du Dinge schaffen, die dich alleine bei weitem überfordern würden.

10. Sei freundlich zum Küchenteam

Ein fantastisches Küchenteam kann eine ganze Freizeit retten. Manche Dinge kann man nicht beeinflussen. Das Wetter kann beschissen werden, ein Gruppenhaus kann in desolatem Zustand sein und getroffene Absprachen können sich als schlecht kommuniziert herausstellen. Am Essen darf man daher nie sparen. Gutes Essen hebt die Stimmung, gibt Kraft und bringt jeden Tagesablauf wieder in Ordnung.

Deine Art, mit dem Küchenteam umzugehen, kann da ein entscheidender Faktor sein. Natürlich kannst du vielbeschäftigt kurz deinen Teller leer schaufeln und wieder in deinen Aufgaben verschwinden. Du kannst aber auch beim Abräumen helfen, als letzter in der Schlange stehen und mit Sonderwünschen zurückhaltend sein.

Wer gut mit dem Küchenteam umgeht, hat einen der wichtigsten Lifehacks durchgedribbelt.

11. Bleib voller Erwartungen

Der wichtigste Punkt für eine Jugendfreizeit ist dein Mindset. Es wird kompliziert, wenn du dich einzig und allein als hingebungsvolle Dienerin betrachtest und alle Kräfte gleichzeitig in den Ring wirfst. Noch schwieriger wird es, wenn du dich auch noch geistlich auf einer anderen Stufe siehst.

Viel zu oft habe ich erlebt, dass Andachten auf Freizeiten nur für die Teilnehmenden gedacht waren. Das Mitarbeiterteam saß irgendwo am Rande und sah die einzige persönliche Aufgabe darin, Teenager zum Schweigen zu bringen.

Eine Freizeit kann aber auch für dich ein geistlicher Moment des Wachstums werden. Du bist nicht nur für die Teenager da, du musst ihnen nicht nur etwas beibringen. Du kannst auch selbst lernen, neue Erfahrungen machen und einen Schritt mit Jesus Christus wagen.

Wenn du die Erwartung, dass er dir während der Freizeit etwas sagen darf, in deinem Mindset verankerst, kann sehr viel geschehen. Eventuell merkst du dann, dass eine Jugendfreizeit nicht nur bedeutet, dass du alles gibst und vollkommen ausgelaugt heim kommst.

Eventuell schenkt Jesus dir etwas, was dein ganzes Leben prägen kann.

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