Kurze Verständigungshilfe für Eltern, Großeltern und andere Menschen, die bei „67“ noch an ihr Geburtsjahr denken
Wer glaubt, Jugendsprache folge festen Regeln, versucht vermutlich auch seit zwanzig Jahren, eine Jugendfreizeit exakt nach Ablaufplan durchzuführen. Sprache entsteht im Zusammenhang, aus dem Umfeld. Vieles entsteht aus TikTok, YouTube und Gamingplattformen. Anderes wird auf einer Freizeit falsch ausgesprochen, immer weiter verändert und nach wenigen Tagen so selbstverständlich benutzt, als stünde es seit Jahrzehnten im Duden.
Dieses Wörterbuch schreiben wir für diejenigen, die bald wieder ihre Teenager am Essenstisch sitzen haben und wissen wollen, wovon sie reden. Wir übersetzen deshalb nicht nur Wörter. Wir dokumentieren auch ein kleines sprachliches Ökosystem, das sich irgendwo zwischen norwegischem See, Großküche, rutschenden Hosen und zeitweise bedrohlich schlechtem WLAN entwickelt hat.
Lakaien und Marionetten von Simon
So werden Mitarbeitende bezeichnet, die Simon bei der Durchführung seiner finsteren Pläne unterstützen. Zu diesen Plänen gehören vermutlich Dinge wie pünktliches Erscheinen, Küchendienst oder die Aufforderung, beim Wandern ausreichend Wasser mitzunehmen.
Ein Lakai war ursprünglich ein Diener. Eine Marionette wird von jemand anderem gesteuert. Auf der Freizeit sind beide Begriffe vollkommen ernst gemeint. Sie deuten außerdem an, dass man den Marionetten nur dann folgen muss, wenn der Endgegner es explizit verlangt.
Elternübersetzung: „Diese Person arbeitet gerade freiwillig mit Simon zusammen, was wir sprachlich unnötig dramatisieren.“
Atzig, fotzig und mausig
Mit diesen drei Begriffen lässt sich im Jahr 2026 beinahe die gesamte Menschheit sortieren.
Mausig bedeutet süß, lieb, niedlich oder herzlich. Ein Tier kann mausig sein, ein Outfit ebenfalls und offenbar auch ein vollständiger Aufenthaltsraum.
Atzig beschreibt etwas, das rau, lässig, ein wenig heruntergekommen und gerade deshalb cool wirkt. Atzig ist die Person, die nach einer Wanderung aussieht, als hätte sie mehrere Tage im Wald gelebt, diesen Eindruck aber mit bemerkenswerter Würde trägt.
Fotzig steht im aktuellen Sprachgebrauch für ein freches, provokantes und ausgesprochen selbstbewusstes Auftreten. Das Wort ist aus einem vulgären Schimpfwort entstanden und wird im Trend bewusst positiv umgedeutet. Trotzdem bleibt es ein sehr derber Ausdruck, den Erwachsene nicht vorschnell beim nächsten Elternabend ausprobieren sollten.
Elternübersetzung:
Mausig ist liebenswert. Atzig ist dreckig-cool. Fotzig ist selbstbewusst und provokant. Alle drei Begriffe sind nicht vulgär gemeint.
Käsiger Michael und RIP Miguel Quesessos
„Käsiger Michael“ ist die deutsche Übersetzung von „Cheesy Michael“. Der Ausdruck stammt aus einer Reihe von Prankvideos. Darin werden Gegenstände an Michaels Türklinke gehängt, während jemand „Cheesy Michael, open up the door“ singt. Michael selbst bleibt meistens unsichtbar. Die Handlung ist überschaubar, die Wirkung erstaunlich dauerhaft.
„Miguel Quesoso“ könnte die internationalisierte Weiterentwicklung sein. Aus Michael wird Miguel und aus „cheesy“ wird etwas, das wenigstens entfernt nach dem spanischen Wort für Käse klingt.
„RIP Miguel Quesessos“ ist aber nur unser Abschiedsgruß an die tote Maus, die wir aus einem Jungenzimmer in ihr Grab getragen haben. Weshalb Miguel sterben musste, ist nicht bekannt. Vielleicht hat er endlich die Tür geöffnet.
Elternübersetzung: Es geht um einen unsichtbaren Mann, Käse und eine Türklinke. Mehr Hintergrundwissen verbessert die Situation nicht.
Schere
„Schere“ bedeutet: „Das war mein Fehler“, „Das geht auf mich“ oder „Ich bekenne mich schuldig.“
Der Ausdruck kommt aus der Streaming- und Gamingszene. Wer einen Fehler zugibt, hebt symbolisch die Schere.
Beispiel:
„Wer hat vergessen, die Klos zu putzen?“
„Schere.“
Elternübersetzung: „Ich war es. Eine längere Verteidigungsrede wird es nicht geben.“
Rede!
„Rede!“ ist begeisterte Zustimmung. Jemand hat etwas ausgesprochen, das die anderen richtig, mutig oder längst überfällig finden.
Beispiel:
„Heute sollten wir einfach am See bleiben.“
„Rede!“
Elternübersetzung: „Ganz genau. Bitte führe diesen Gedanken weiter aus.“
Chill mal
„Chill mal“ bedeutet je nach Tonlage „Entspann dich“, „Beruhige dich“ oder „Deine Reaktion steht in keinem vernünftigen Verhältnis zum aktuellen Problem.“
Das kann freundlich gemeint sein. Es kann aber auch die denkbar unentspannteste Art sein, jemanden zum Entspannen aufzufordern.
Elternübersetzung: „Bitte senke deine emotionale Betriebstemperatur.“
Macher
Ein Macher bekommt Dinge erledigt. Er redet weniger über die Aufgabe, als dass er sie einfach übernimmt.
Auf einer Jugendfreizeit kann bereits als Macher gelten, wer selbstständig einen Müllbeutel wechselt, ohne dafür eine Arbeitsgruppe zu gründen.
Elternübersetzung: „Diese Person ist überraschend zuverlässig.“
Digger
„Diggah“, „Digga“ oder „Digger“ ist eine freundschaftliche Anrede. Je nach Situation entspricht sie ungefähr „Alter“, „Kumpel“, „Bruder“ oder „Sportsfreund“.
Das Wort hat nichts mit dem Körpergewicht zu tun.
Beispiel:
„Diggah, wir haben wieder WLAN!“
Elternübersetzung: „Geschätzter Freund, die technische Versorgungslage hat sich verbessert.“
Ragebaiten
Wer ragebaitet, sagt oder veröffentlicht absichtlich etwas Provozierendes, damit andere sich aufregen. Die Empörung sorgt für Kommentare, Aufmerksamkeit und Reichweite.
Auch außerhalb des Internets kann man ragebaiten. Ein Jugendlicher, der beim Frühstück behauptet, Rührei sei grundsätzlich widerlich, könnte eine sachliche Meinung äußern. Er könnte aber auch testen, wie schnell das Küchenteam die Contenance verliert.
Elternübersetzung: „Reagiere besser nicht. Genau diese Reaktion möchte die Person gerade erreichen.“
6 7
„67“ wird englisch als „six seven“ ausgesprochen und besitzt keine stabile Bedeutung. Der Trend entstand rund um den Song „Doot Doot (6 7)“, Basketballvideos und verschiedene virale Clips. Die Zahl wird in passenden und vollkommen unpassenden Situationen gerufen. Gerade die Sinnlosigkeit ist Teil des gemeinsamen Witzes.
Elternübersetzung: „Es gibt keinen verborgenen Code. Die Jugendlichen freuen sich gemeinsam über Dummheit.“
Der Versuch, 67 mathematisch, pädagogisch oder tiefenpsychologisch zu entschlüsseln, führt zu keinem Ergebnis. Er kann allerdings erhebliche Schadensfreude bei den Jugendlichen auslösen.
Ein Tag im Grand Canyon ist wie ein Tag im Grand Canyon
Diese bedeutungsschwere Erkenntnis gehört zum Internetkult rund um Matt Kaplinski. Kaplinski ist tatsächlich Grand-Canyon-Forscher und Flussführer und hat dort jahrzehntelang gearbeitet. Durch Ausschnitte aus einer deutschsprachigen Dokumentation wurde er zu einer eher unerwarteten Meme-Figur.
Der Satz klingt nach großer Weisheit und bestätigt letztlich nur, dass der Grand Canyon seiner Aufgabe als Grand Canyon zuverlässig nachkommt.
Elternübersetzung: „Etwas ist genau das, was es ist. Diese Erkenntnis wird mit deutlich mehr Pathos vorgetragen, als ihr Informationsgehalt rechtfertigt.“
Pwuänk
„Pwuänk“ ist die freizeiteigene Aussprache von „Prank“. Gemeint ist also ein Streich.
Warum daraus „Pwuänk“ wurde, lässt sich vermutlich nur durch die natürliche Sprachentwicklung einer Gruppe erklären, die sehr viel Zeit miteinander verbringt und irgendwann aufhört, Wörter vollständig auszusprechen.
Beispiel:
„Wir machen einen kleinen Pwuänk.“
Elternübersetzung: „Jemand plant etwas, das er selbst lustiger finden wird als die betroffene Person.“
Aura
Aura steht für Ausstrahlung, Coolness und souveränes Auftreten. Für beeindruckende Aktionen erhält man Aurapunkte. Bei peinlichen Momenten verliert man welche. Die Höhe dieser Punktzahl wird grundsätzlich frei erfunden.
Beispiele:
Nach einem Sturz so tun, als sei nichts passiert: plus 500 Aura.
Beim Versuch, lässig aufzustehen, ein zweites Mal fallen: minus 4.000 Aura.
Elternübersetzung: „Das war beeindruckend“ oder „Das war ausgesprochen peinlich.“
Unc
„Unc“ ist die Kurzform des englischen Wortes „uncle“. Gemeint ist eine Person, die alt, überholt oder auffällig erwachsen wirkt.
Tatsächliches Alter spielt dabei kaum eine Rolle. Wer früh schlafen geht, Bedienungsanleitungen liest oder sagt, dass früher alles übersichtlicher gewesen sei, kann schon mit Anfang zwanzig deutliche Unc-Energie entwickeln.
Elternübersetzung: „Du wirkst gerade wie ein älterer Onkel.“
Ate
„Ate“ bedeutet, dass jemand etwas besonders gut gemacht hat. Die längere Form lautet „ate and left no crumbs“. Jemand hat sinngemäß alles aufgegessen und keinen Krümel übrig gelassen. Mit einer Mahlzeit hat das meistens nichts zu tun.
Beispiel:
„Hannas Outfit ate.“
Elternübersetzung: „Das ist außerordentlich gut gelungen.“
Clock it
„Clock it“ bedeutet, etwas zu erkennen, zu bemerken oder jemanden zu durchschauen.
Beispiel:
„Er wollte gar nicht spazieren gehen. Er wollte nur prüfen, wo der WLAN-Router steht.“
„Clock it.“
Elternübersetzung: „Du hast die tatsächlichen Zusammenhänge richtig erkannt.“
Low Cortisol
Cortisol ist ein Hormon, das mit Stressreaktionen zusammenhängt. Im Netz wird „low cortisol“ allerdings meist nicht medizinisch verwendet. Es beschreibt eine ruhige, entspannte und wenig aufregende Stimmung. „High cortisol“ steht entsprechend für Stress, Chaos oder erhebliches Fremdschämen.
Wer nach einem chaotischen Programmtag schweigend mit einem Getränk am See sitzt, lebt gerade sehr low cortisol. Wer eine Zimmerkontrolle ankündigt, erzeugt eher das Gegenteil.
Elternübersetzung: „Das beruhigt mich“ oder „Ich bin vollkommen entspannt.“
Sun maxing is besser als tanning
Die Endung „-maxxing“ bedeutet, dass jemand etwas gezielt optimiert oder bis zum Maximum betreibt. „Sunmaxxing“ macht aus dem Aufenthalt in der Sonne beinahe ein persönliches Leistungsprogramm.
Sprachlich bedeutet der Satz ungefähr: „Ich betreibe professionelles Sonnenmanagement und halte gewöhnliches Bräunen für ein Hobby von Amateuren.“
Inhaltlich ist der Unterschied überschaubar, weil sowohl Sunmaxxing als auch Tanning mit UV-Strahlung zu tun haben. Sonnencreme bleibt deshalb auch dann sinnvoll, wenn sie weniger Aura besitzt als ein englischer Trendbegriff.
Spelunke
Eine Spelunke ist eigentlich eine einfache, schäbige oder etwas zweifelhafte Kneipe.
Auf der Freizeit kann der Ausdruck auch liebevoll für einen Raum verwendet werden, in dem zu später Stunde Menschen sitzen, Getränke konsumieren, Unsinn erzählen und zunehmend überzeugt davon sind, sehr tiefgründige Gespräche zu führen.
Elternübersetzung: „Unser Aufenthaltsraum hat nach 22 Uhr einen anderen Charakter angenommen.“
Alles Gute
„Alles Gute“ bezieht sich auf einen inzwischen vielfach weiterverwendeten Clip aus einer Tarot- beziehungsweise Wahrsagesendung.
Eine Anruferin namens Marion erklärt, sie habe einen Mann kennengelernt und möchte wissen, ob daraus etwas werde. Die Kartenlegerin antwortet ohne erkennbare innere Bewegung: „Nein.“ Danach wird das Gespräch mit „Alles Gute. Danke. Tschüss“ beendet.
Die Beratung ist kurz, eindeutig und ungefähr so einfühlsam wie eine automatisch schließende Kühlschranktür.
Auf der Freizeit kann „Alles Gute“ deshalb bedeuten:
„Das wird nichts.“
„Dein Problem ist zur Kenntnis genommen.“
„Für den weiteren Verlauf bist du nun selbst verantwortlich.“
„Dieses Gespräch ist beendet.“
Elternübersetzung: „Ich habe keine hilfreiche Antwort für dich, verabschiede dich aber ausgesprochen höflich.“
Rührei, Spiegelei, hart gekochtes Rührei
Dieser Satz entstand, weil eine Person über verschiedene Zubereitungsarten von Eiern sprach, während das Gehirn offenbar kurzzeitig eine andere Veranstaltung besuchte.
Hart gekochtes Rührei gibt es in dieser Form nicht. Jedenfalls sollte es das nicht geben.
Der Satz besitzt keine verborgene Bedeutung. Er ist lediglich ein Denkfehler, der schnell genug ausgesprochen wurde, um für den Rest der Freizeit erhalten zu bleiben.
Elternübersetzung: „Ich habe einen Satz begonnen, bevor mein Gehirn die Endkontrolle abgeschlossen hatte.“
Ich bin ein bedürftiges Pferd
Mit dem bedürftigen Pferd wurde eine Person bezeichnet, die Tabletten bekommen hat.
Weshalb aus einem Menschen in diesem Zusammenhang ein Pferd wurde, lässt sich sprachwissenschaftlich nicht vollständig rekonstruieren. Vermutlich führte die Mischung aus Hilfsbedürftigkeit, Medikamentenausgabe und Gruppendynamik zu dieser neuen biologischen Einordnung.
Elternübersetzung: „Ich benötige gerade meine Medikamente beziehungsweise Unterstützung.“
Es handelt sich also um eine praktische Mitteilung, die unnötigerweise durch einen kurzen Ausflug in die Tierwelt komplizierter gemacht wurde.
Ich brauche Fentanyl
Dieser Satz ist sehr wahrscheinlich ein Zitat aus „Dracula Flow“, einer Reihe absurder Internetvideos mit bewusst übertriebenen, zusammenhanglosen und grotesken Angebereien. Darin fällt auch die entsprechende Fentanyl-Zeile.
Im erkennbaren Meme-Kontext ist der Satz daher meist ein absurdes Zitat und keine tatsächliche Bestellung.
Trotzdem gehört Fentanyl nicht in dieselbe harmlose Kategorie wie 67 oder der Käsige Michael. Es ist ein extrem starkes Opioid. Besonders illegal hergestelltes Fentanyl und gefälschte Tabletten stellen eine reale Gefahr für Jugendliche dar. Eine ernst oder wiederholt geäußerte Aussage sollte deshalb ruhig angesprochen und nicht automatisch als Internetwitz abgehakt werden.
Elternübersetzung im Meme-Kontext: „Ich zitiere gerade ein vollkommen absurdes Internetvideo.“
Der Mond ist aufgegangen
Diese Formulierung bezieht sich nicht auf das bekannte Abendlied und erfordert auch keine gemeinsame Betrachtung des norwegischen Nachthimmels.
Der Mond geht auf, wenn einer Person die Hose nach unten rutscht und dadurch ein Teil des Hinterteils sichtbar wird. Der Ruf informiert die betroffene Person und sämtliche Umstehenden gleichzeitig über dieses astronomische Ereignis.
Elternübersetzung: „Zieh bitte deine Hose hoch.“
In diesem Zusammenhang ist der Mond deutlich näher an der Erde, als es der naturwissenschaftliche Unterricht vermuten lässt.
So nummy, sooo nummy, Zunami
„Nummy“ ist eine kindliche Variante von „yummy“ und bedeutet „lecker“. Der Ausdruck stammt aus einem viralen Familienvideo, in dem ein kleines Kind und sein Vater das Essen als „so nummy“ bezeichnen.
Durch die wiederholte und übertriebene Aussprache wird aus „so nummy“ irgendwann „Zunami“ beziehungsweise „Tsunami“. Damit hat sich die Unterhaltung erfolgreich von einer Mahlzeit zu einer Naturkatastrophe entwickelt.
Elternübersetzung: „Das schmeckt gut, und wir werden diese Information nun so lange wiederholen, bis niemand mehr weiß, worüber ursprünglich gesprochen wurde.“
Ein freizeiteigenes Namensregister
Auf einer Jugendfreizeit verlieren amtliche Rufnamen häufig schon in den ersten Tagen ihre Zuständigkeit.
Hanna kann je nach Tagesform Hänna oder Hännbert heißen. Jakob wird zu Jakirk. Jaden trägt wegen seiner entspannten Erscheinung den Titel Surferboy. Matteo wird auf seine stramme Wade reduziert, was zumindest zeigt, dass seine körperliche Ausstattung wahrgenommen und gewürdigt wurde.
Simon heißt PapaBear. Dieser Name stammt aus „Ein Käfig voller Helden“. In der Folge „How to Catch a Papa Bear“ beziehungsweise „Papa Bär und das Fräulein“ wird Colonel Hogan mit diesem Namen verbunden.
Sonnegret und Anja sind die liebevollen Namen der Küchenfeen. Dabei ist zweitrangig, wie sie laut Geburtsurkunde tatsächlich heißen. Wer eine Freizeitgruppe zuverlässig mit Essen versorgt, steht ohnehin außerhalb der üblichen Namensordnung.
Slayana vermischt Liana mit dem Jugendwort „slay“. Damit wird eine Person sprachlich zur souveränen Hauptfigur erklärt, die gerade gut aussieht oder etwas besonders gelungen macht.
Elternübersetzung: „Die Gruppe mag diese Menschen so sehr, dass normale Namen nicht mehr ausreichen.“
Abschließender Hinweis für Erwachsene
Dieses Wörterbuch soll nur beim Verstehen helfen. Es ist selbstverständlich keine Aufforderung, beim nächsten Abendessen sämtliche Begriffe selbst einzusetzen.
Wer als Großvater beim Abendessen verkündet: „Diggah, das Kartoffelgratin ate. Alles Gute!“, hat dieses Wörterbuch zwar gründlich gelesen, wird bei den Jugendlichen aber vermutlich trotzdem einige Tausend Aurapunkte verlieren.
Übrigens: Eine ganze Reihe von Ausdrücken haben auch wir nicht sofort verstanden. Meistens reichte dann die einfache Nachfrage: „Was bedeutet das?“
Jugendsprache besteht aus Zugehörigkeit, gemeinsamen Videos, absichtlichen Fehlern und Situationen, die nur innerhalb der Gruppe lustig werden. Gerade deshalb kann ein dummer Satz über hart gekochtes Rührei länger überleben als manche sorgfältig vorbereitete Andacht.
