Es gibt Reisen, die beginnen schon lange vor der Abfahrt. Sie beginnen mit dem ersten Blick auf die Ausschreibung, die gedanklichen Planungen, mit der Vorfreude und den Erinnerungen an vergangene Zeiten. Norwegen ist für mich genau so eine Reise.
Noch ist nicht viel vorbereitet und schon gar nichts gepackt. Wir stehen noch lange nicht zwischen Bergen, Seen und Felsen. Wir sitzen noch nicht im Bus und spüren keinen salzigen Wind im Gesicht während der Fährüberfahrt. Nein, wir stehen noch nicht irgendwo im Nirgendwo auf einem Gipfel und genießen diese unfassbar überwältigende Landschaft.
Trotzdem hat die Reise nach Norwegen für mich schon begonnen. Die Vorfreude auf die Freude begleitet mich jeden einzelnen Tag.

Norwegen wird geil!
Ich freue mich auf die Zeit in Norwegen, weil ich ahne, dass diese Freizeit mehr wird, als ein paar schöne Tage in einem besonderen Land. Natürlich freue ich mich auf die Natur. Auf die naturbelassenen Wälder, die klaren Seen, die Wege über Stock und Stein. Ich freue mich auf frische Pilze, auf Moltebeeren und frisch gefangene Fische.
Ich freue mich auch auf matschige Schuhe und Regenjacken, kalte Hände, warme Pullis und die Abende vor dem Feuer im Kamin. Das ist echte Natur, mit jeder Sehne meines Körpers warte ich auf die Momente, in denen wir endlich wieder draußen sind.
Wir, ja wir. Ich freue mich auf den Moment, in dem aus dieser Gruppe von unbekannten eine einzigartige Reisegemeinschaft wird. Meistens bemerken wir das gar nicht richtig. Irgendwo zwischen Einladen, Fähre und dem ersten Sonnenaufgang geht es los. Nach den ersten gemeinsamen Mahlzeiten spürt man dann schon diese besondere Energie in der Luft. Plötzlich ist sie da. Diese Gruppe, die für immer in Erinnerung bleibt.
Norwegen heißt Weite und Aufbruch.
Norwegen bedeutet für mich Weite und Aufbruch. Das besondere Gefühl, das man jedes mal wieder erlebt, dass man weiter gehen kann, als man vorher gedacht hat. Das ist etwas, worauf ich mich wirklich freue. Mich selbst wieder einmal ein bisschen mehr und neu kennenlernen. Beim Wandern und Klettern in unwegsamen Gelände, auf dem kalten See, in den ich dann trotzdem reinspringe an den Klippen beim Sonnenuntergang wo die Aussicht niemals aufhört.
Solche Momente machen etwas mit mir. Sie fordern nicht einfach nur ein, mutig zu sein, sie lassen mich den Mut spüren. Man bekommt keine Anleitung für Gemeinschaft, sondern erlebt von jetzt auf gleich Menschen an der Seite. Kennst du das? Wenn dir jemand die Hand reicht oder über einen schlechten Witz lacht, obwohl alle sau müde sind? Erinnerst du dich an das letzte Mal, als du mit den anderen am Tisch saßt, merkst, wie anstrengend der Tag war – aber auch einfach nur gut?

Intensive geistliche Momente.
Ich freue mich auch auf die geistlichen Momente. Nein, nicht die Programmpunkte, die manchmal aus Pflicht angeboten werden. Ich meine das Herz der Freizeit, so wie in den letzten Jahren. Die Natur in Norwegen ist beeindruckend, ganz sicher. Wenn ich aber Impulse über Gottes Größe bekomme und dann in der Natur darüber reflektieren kann, fängt Gott plötzlich an zu sprechen. Ganz persönlich und nahbar.
Glaube fühlt sich draußen manchmal anders an. Weniger theoretisch, dafür ehrlich, authentisch und direkt. Wenn man auf einem Felsen sitzt und der Wind einem ins Gesicht bläst, versteht man manche Sätze beispielsweise aus der Bergpredigt anders. Wenn man zusammen betet, nachdem man echte Herausforderungen gemeistert hat, wird aus Dankbarkeit plötzlich etwas Lebendiges.
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Norwegen außer Kontrolle?
Zu all dem kommt noch das essen. Ich weiß, das klingt vielleicht erst einmal nicht nach großen Abenteuern. Ich bin aber überzeugt, dass essen auf Freizeiten mehr ist, als nur Nahrung. Es ist Ankommen, Wärme nach einem langen Tag. Es ist der Ort täglicher Gemeinschaft und, vor allem: Das einzige, was wir wirklich kontrollieren können. Wetter und Natur haben wir nicht im Griff. Unsere Lebenssituation bis zur Abfahrt können wir nicht bis ins letzte beeinflussen. Beim Essen entscheiden wir selbst aber wie es schmeckt. Das sind Augenblicke, die so eine Freizeit einfach tragen.
Das ist vielleicht eine der schönsten Erwartungen an diese Reise. Es muss nicht alles kontrollierbar sein. Das Wetter kann wechseln. Wege können sich in der Natur verändern. Ein tag kann plötzlich ganz anders werden, als geplant. Trotzdem kann aus alledem etwas entstehen, worüber wir noch lange sprechen. Eine Freizeit lebt nicht davon, dass alles perfekt ist. Sie lebt von Menschen, die gemeinsam losziehen und bereit für Abenteuer sind.
Ja, ich glaube, Norwegen wird uns herausfordern. Körperlich, weil Berge und Seen selten Rücksicht auf unsere Bequemlichkeit nehmen. Innerlich, weil Gemeinschaft immer anders aussieht, als jetzt in unseren Köpfen geplant. Außerdem geistlich, weil Gottes Worte nicht nur streicheln und bestätigen, sondern uns auch bewegen und herausfordern wollen. Genau deswegen freue ich mich aber so sehr auf diese Reise. Ich freue mich auf Erinnerungen, die keine Schnappschüsse sind, sondern echtes Gewicht in meinem Leben haben.
Ich freue mich auf ein bleibendes Erlebnis.
Vielleicht ist es am Ende genau das, worauf ich mich am meisten freue. Dass aus dieser Reise ein bleibendes Erlebnis wird. Dass aus den einzelnen Programmpunkten Geschichten werden. Dass aus einer Gruppe Menschen eine Gemeinschaft wächst, die Jahre später noch auf Hochzeiten und Jahrestreffen über die einzelnen Erlebnisse spricht. Dass wir irgendwo zwischen Seen, Felsen, Regen, Sonne, Essen, Liedern und Gebeten spüren: Hier ist nicht nur Urlaub, hier erleben wir geistliche Momente.
Norwegen ruft. Und ich freue mich drauf!
Deine Kiki

