Was für ein Tag.
Nach dem gestrigen WM-Finale war unsere Nacht deutlich kürzer, als es vernünftig gewesen wäre. Um sieben Uhr saßen wir trotzdem schon beim Frühstück. Kurz darauf stiegen wir in den großen Bus und machten uns auf den Weg nach Oslo.
Die Fahrt führte uns durch wunderschöne Landschaften, vorbei an Wäldern, Bergen und malerischen Flüssen. Nach den vergangenen Tagen mitten in der Natur wirkte die norwegische Hauptstadt beinahe wie der Eintritt in eine andere Welt.



Oslo nach eigenen Interessen
In Oslo teilten wir uns in kleinere Gruppen auf. Jeder konnte den Tag so gestalten, wie es zu den eigenen Interessen passte.
Einige hatten nach mehreren Tagen auf dem Berg vor allem Sehnsucht nach Zivilisation. Die bestand für sie zunächst aus einem Burger beim gelben M. Manchmal braucht es in einer fremden Großstadt keine komplizierte Kulturreise, sondern Pommes und ein bekanntes Logo.
Andere machten sich auf die Suche nach neuen Klamotten und passenden Erinnerungsstücken an unsere Reise. Wieder andere erkundeten die Stadt und besuchten Sehenswürdigkeiten wie die Festung Akershus oder das Astrup Fearnley Museet.
Die Festung Akershus liegt direkt am Oslofjord und gehört zu den wichtigsten historischen Orten der Stadt. Ihre Geschichte reicht bis zum Ende des 13. Jahrhunderts zurück. Aus der mittelalterlichen Burg wurde später eine Festungsanlage, die Oslo und den Hafen schützen sollte.
Das Astrup Fearnley Museet bildet dazu einen ziemlich starken Kontrast. Das 1993 gegründete Museum gehört zu den bekanntesten Häusern für zeitgenössische Kunst in Skandinavien. Das heutige Gebäude am Wasser wurde vom italienischen Architekten Renzo Piano entworfen. Rund um das Museum liegt außerdem ein Skulpturenpark mit Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler.







Geburtstag mit Kanonen
Wer rund um die Festung unterwegs war, bekam heute noch etwas Besonderes geboten. Plötzlich waren Kanonenschüsse zu hören.
Der Grund dafür war der Geburtstag von Kronprinz Haakon. Er wurde am 20. Juli 1973 geboren und ist der norwegische Thronfolger. Sein Geburtstag gehört zu den offiziellen Tagen, an denen in Norwegen Salut geschossen wird.
So standen einige von uns zufällig mitten in einer königlichen Geburtstagstradition. Oslo hatte heute also mehr zu bieten als Shopping, Burger und Museen.
Erst kaputt, dann kreativ
Nachdem alle Gruppen ihre persönlichen Ziele erreicht hatten, trafen wir uns wieder und machten uns auf den Heimweg. Eigentlich hätte der Tag damit langsam auslaufen können.
Unser Bus hatte allerdings andere Pläne.
Nur wenige Kilometer vor unserem Haus blieb er liegen. Nach dem kleinen Bus ohne Klimaanlage bei unserer Ankunft hatten wir damit bereits das zweite norwegische Busabenteuer innerhalb weniger Tage gesammelt.
Zum Glück begegnete uns ein hilfsbereiter Norweger. Gemeinsam konnten wir kurzfristig einen Shuttle organisieren, der einen Teil der Gruppe und unseres Gepäcks zum Haus brachte.
Einige besonders Harte entschieden sich für die sportliche Lösung. Sie liefen die letzten Kilometer den Berg hinauf. Nach einem langen Tag in Oslo war das sicherlich nicht der bequemste Abschluss, dafür aber einer, den sie so schnell vermutlich nicht vergessen werden.


Essen und Lagerfeuer
Während wir noch damit beschäftigt waren, Menschen und Gepäck zurück zum Haus zu bringen, hatte unser Küchenteam bereits ein wunderbares Essen auf den Tisch gezaubert.
Nach Oslo, Kanonenschüssen, Shopping, Kunst und einer Buspanne saßen schließlich wieder alle gemeinsam am Tisch. Der Tag endete schließlich dort, wo viele gute Freizeittage enden sollten: Am Lagerfeuer.
Wir waren müde, aber zufrieden. Am Morgen waren wir aus unserer Wildnis in die große Stadt aufgebrochen. Am Abend kamen wir mit neuen Klamotten, vielen Eindrücken und einer zusätzlichen Abenteuergeschichte zurück.
Oslo war großartig. Trotzdem war es auch schön, wieder bei unserem Haus auf dem Berg anzukommen.