Ab heute wird unsere Freizeit deutlich entspannter. Die großen Pflichtwanderungen liegen erst einmal hinter uns. Dafür gibt es nun immer wieder verschiedene Angebote, aus denen wir selbst auswählen können.
Der Tag begann nach dem Frühstück mit einer Andacht von Jaden. Er hatte auf TikTok das Lied „Du bist gut genug“ entdeckt und daraus für uns eine eigene Version produziert. Ein Lied nur für unsere Freizeit, passend zu dem, was uns gerade beschäftigt.
Was für ein Ehrenmann.

Du bist gut genug
Der Satz passt ziemlich gut zu unserer Freizeit. Hier treffen Menschen aufeinander, die unterschiedliche Dinge mögen, verschiedene Talente haben und sich bei ganz anderen Aktivitäten wohlfühlen.
Jaden hat mit seinem Lied daran erinnert, dass unser Wert nicht davon abhängt, ob wir besonders sportlich, laut, kreativ oder mutig sind. Wir müssen niemandem etwas beweisen, um dazuzugehören.
Nach dem Mittagessen konnten wir diesen Gedanken direkt ausprobieren. Es gab verschiedene Möglichkeiten und jeder durfte selbst entscheiden, worauf er Lust hatte.
Basteln oder Wildnis
Einige blieben im Haus und wurden kreativ. Andere zog es wieder hinaus in die norwegische Wildnis. Dort gibt es rund um unser Gruppenhaus inzwischen genug Wege, Wälder und Orte, die noch entdeckt werden können.
Genau dieses Prinzip soll uns auch in den nächsten Tagen begleiten. Es wird immer wieder unterschiedliche Angebote geben. Wer sich bewegen möchte, kann unterwegs sein. Wer lieber gestaltet, spielt oder einfach eine ruhigere Zeit braucht, findet ebenfalls einen Platz.
Das Ganze kommt übrigens nicht nur aus der Laune von Simon, sondern weil er Ahnung von jungen Menschen hat. Die sogenannte Selbstbestimmungstheorie beschreibt Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit als wichtige Grundlagen dafür, dass Menschen sich aus eigener Motivation auf etwas einlassen. Gerade junge Menschen profitieren davon, wenn sie Entscheidungen treffen dürfen und gleichzeitig Teil einer unterstützenden Gemeinschaft bleiben.
Für uns bedeutet das ziemlich praktisch und runtergebrochen: Nicht alle müssen zur gleichen Zeit dasselbe gut finden und trotzdem braucht niemand Langeweile haben.
Plötzlich Senioren
Am Abend änderte sich unsere Altersstruktur allerdings schlagartig. Beim legendären Seniorenabend verwandelten wir uns selbst in die ältere Generation.
Mit verschiedenen Challenges wurden unsere Sinne, unsere Geduld und minimal auch unsere Würde auf die Probe gestellt. Manche Aufgaben wirkten zunächst leicht, wurden unter erschwerten Bedingungen aber plötzlich erstaunlich kompliziert.
Hinter dem Spaß steckt tatsächlich ein ernstes Thema. Mit zunehmendem Alter können sich Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten verändern. Auch Gleichgewicht und Beweglichkeit können dadurch beeinflusst werden.
Unser Seniorenabend war natürlich keine wissenschaftliche Alterssimulation. Er hat uns aber auf ziemlich unterhaltsame Weise gezeigt, wie selbstverständlich wir uns normalerweise auf unsere Sinne verlassen.
Es war ein rundum schöner Tag. So darf es gerne weitergehen.





