Heute sind wir richtig in Norwegen angekommen.
Nach unserer Andacht ging es los zu einem ausführlichen Spaziergang. Jedenfalls wurde es vorher wieder so genannt. Wer dabei an einen kleinen gemütlichen Weg gedacht hatte, merkte spätestens unterwegs ziemlich schnell, dass „Spaziergang“ hier in Norwegen ein wirklich dehnbarer Begriff ist.
Der Weg zu unserem Kanusee ist echt nicht ganz ohne. Es ging durch Gelände, das uns mehr gefordert hat, als manche vorher erwartet hatten. Aber genau das war am Ende auch das Schöne daran. Wir sind nicht einfach nur irgendwo hingelaufen. Wir haben uns gemeinsam auf den Weg gemacht, sind drangeblieben und irgendwann standen wir an dem See, den wir in den nächsten Tagen immer wieder nutzen können.
Das fühlte sich schon ziemlich gut an.
Es ist etwas anderes, einen Ort nur auf der Karte zu sehen oder ihn sich selbst zu erlaufen. Wenn man den Weg selbst gegangen ist, gehört der Ort plötzlich ein bisschen mehr zu einem dazu. Der See ist jetzt nicht mehr nur „da irgendwo“. Er ist unser Kanusee. Wir wissen jetzt, wie man hinkommt. Wir wissen auch, dass der Weg dorthin nicht von allein passiert.
Das passt ziemlich gut zu unserem Freizeitmotto „Into the wide“. Weite ist nicht nur schöne Aussicht. Manchmal ist Weite ein Weg, der etwas anstrengender ist, als man dachte. Manchmal merkt man erst unterwegs, dass Freiheit nicht einfach bequem ist. Aber wenn man durchhält, steht man irgendwann an einem Ort, an dem man merkt: Das hat sich gelohnt.
Am Abend wurde es dann deutlich entspannter. Es gab Currywurst mit Pommes. Danach ein Lagerfeuer. Genau so darf sich ein Freizeitabend anfühlen. Müde Beine, gutes Essen, Feuer, Gespräche und dieses langsam wachsende Gefühl, dass wir hier wirklich angekommen sind.
Natürlich blieb der Tag nicht ohne große Herausforderungen.
Draußen gab es Mücken. Tatsächlich. In der Natur. Niemand konnte mit so etwas rechnen.
Drinnen wurde es noch dramatischer: Das WLAN ging nicht richtig.
Man muss sich das einmal vorstellen. Eine Jugendfreizeit in Norwegen, mitten in wunderschöner Natur, mit See, Lagerfeuer, gutem Essen und netten Menschen. Und dann so etwas. Mücken und schlechtes WLAN. Es war nicht leicht, aber wir haben uns tapfer durch diesen Abend gekämpft. Trotz dieser schweren Prüfungen war es ein richtig guter Tag.












