Ligurien im Oktober – wilde Pferde, Portofino und viel Mozarella

im Oktober

Ligurien im Oktober hat sich für uns als gute Idee erwiesen. Wir hatten Sonne, Meer, beeindruckende Landschaften, reichlich Pizza und jede Menge Zeit füreinander. So muss eine Freizeit sein. Zusätzlich machten wir einige Entdeckungen, mit denen ich vorher überhaupt nicht gerechnet hätte.

Für mich persönlich hatte diese Freizeit einen ganz besonderen Vorteil: Es war eine FSK18 Freizeit. FSK18 bedeutet bei uns schlicht, dass alle Teilnehmenden volljährig sind. Ich bin also als Pastor unterwegs, habe aber keine Aufsichtspflicht. Ich konnte die gemeinsame Zeit daher genauso genießen wie alle anderen.

Lohnt sich Ligurien im Oktober?

Diese Frage kann ich nach unserer Reise mit einem deutlichen Ja beantworten. Zumindest dann, wenn man Italien auch abseits des klassischen Sommerurlaubs erleben möchte.

Wir waren Mitte Oktober an der ligurischen Riviera unterwegs und hatten wirklich Glück mit dem Wetter. Blauer Himmel, viel Sonnenschein und Temperaturen, bei denen man noch wunderbar am Meer sitzen konnte. Während in Deutschland längst der Herbst eingezogen war, fühlte es sich in Italien stellenweise noch nach Spätsommer an.

Natürlich gehört zur Wahrheit auch, dass der Oktober an der ligurischen Küste ziemlich regenreich sein kann. Außerdem werden die touristischen Angebote zum Ende der Saison Stück für Stück runtergefahren.

Wer Badeurlaub am Mittelmeer machen möchte, sollte besser im Sommer fahren. Für eine Reise mit Ausflügen, Spaziergängen, gutem Essen und ein wenig Abenteuer finde ich den Oktober dagegen ausgesprochen reizvoll.

Gerade die Kombination aus Küste und Bergen hat es mir angetan. Während unten am Meer noch sommerliches Licht auf dem Wasser lag, zeigte sich das Hinterland bereits in den schönsten Herbstfarben.

Portofino, eine alte Abtei und ein spannender Leuchtturm

Natürlich durfte bei unserer Reise ein Ausflug nach Portofino nicht fehlen.

Der kleine Hafenort gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Liguriens. Bunte Häuser stehen dicht an dicht am Wasser, davor liegen Segelboote und große Yachten. Portofino ist ein Ort, den man von unzähligen Bildern kennt und der auch in Wirklichkeit beeindruckend aussieht.

Bevor man die wundervolle Aussicht auf die Bucht, die kleinen Häuser und das außergewöhnliche Panorama bewundern kann, muss man den Ort aber erstmal erreichen. Vor Ort gibt es so gut wie keine Parkplätze – und wenn nur zu horrenden Preisen. Also haben wir einige Kilometer vor dem Ortsschild geparkt und einen kleinen Fußweg auf uns genommen.

In Portofino angekommen, wollten wir dann mit dem Erkunden gar nicht mehr aufhören. Nach einem kleinen (nicht billigen) Snack haben wir es dann bis an den Leuchtturm geschafft und eine der außergewöhnlichsten Bars entdeckt, die ich bisher im Leben gesehen habe, direkt am Meer.

Ein anderer Ort unserer Reise taucht eher weniger in den großen Reiseführern auf:

Die Abtei Sant’Andrea di Borzone liegt im Hinterland bei Borzonasca. Die Geschichte dieser alten Klosteranlage reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Die heutige Kirche wurde im 13. Jahrhundert wesentlich umgestaltet und erweitert. Besonders auffällig ist der wuchtige Glockenturm aus Stein und roten Ziegeln.

Ich mag solche Orte. Da stehen Gebäude, die über Jahrhunderte erlebt haben, wie Menschen glauben, beten und miteinander leben. Während man selbst nur für einen kurzen Besuch vorbeikommt, erzählen die alten Mauern von einer völlig anderen Zeit.

Zwei Geheimtipps in Ligurien, die mich überrascht haben

Einer unserer Ausflüge führte uns nach Chiavari. Dort gibt es einen monumentalen Friedhof, der schon allein wegen seiner Architektur sehenswert ist.

Die Anlage wurde Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen des Architekten Gaetano Moretti gestaltet. Zahlreiche Grabmäler, kleine Kapellen und hohe Zypressen ziehen sich über den Hang.

Mich hat dieser Ort zutiefst bewegt. Ich finde es faszinierend, wie viel Mühe Menschen darauf verwenden, Erinnerungen an ihre Verstorbenen zu bewahren. Auf diesem Friedhof stehen Grabstätten, die teilweise an Einfamilienhäuser erinnern.

An der Küste von Chiavari haben wir dann noch etwas entdeckt, das man dort wohl kaum erwarten würde. Ein ausgemustertes Flugzeug der italienischen Küstenwache. Die Piaggio P166 steht dort seit 2020 als Denkmal für Menschen, die im Himmel und auf dem Meer ums Leben gekommen sind.

Mein persönlicher Geheimtipp für Ligurien liegt allerdings noch ein Stück weiter im Landesinneren.

Der Lago di Giacopiane ist ein Stausee im Naturpark Aveto, ungefähr 1.000 Meter über dem Meeresspiegel. Schon die Fahrt durch die Berge lohnt sich wegen der Landschaft. Allerdings Achtung: Man muss sich für die kurvenreiche Straße im Vorfeld eine Vignette kaufen.

Am See selbst konnte ich nur noch staunen. Dort leben wilde Pferde, die seit Generationen frei durch die Landschaft ziehen. Vor knapp vierzig Jahren wurden ihre Vorfahren frei gelassen, als ihr Besitzer gestorben war.

Tatsächlich haben wir welche von ihnen in live gesehen!

Wir standen in dieser weiten Berglandschaft, während die Pferde zwischen Bäumen und Sträuchern nach Futter suchten. Dazu der blaue Himmel, die herbstlichen Farben und ein Stausee, dessen Wasserstand erstaunlich niedrig war.

Die freiliegenden Uferbereiche zeigten ziemlich deutlich, wie viel Wasser dort normalerweise steht. Manche Flächen sahen fast schon wie eine Mondlandschaft aus.

Natürlich haben wir es nicht nur bei dieser einen Wanderung zu den Pferden belassen. Als jemand plötzlich von einem Wasserfall sprach, sind wir direkt zum nächsten Ort aufgebrochen. Auch eine Wanderung mitten durch die sehenswerte Berglandschaft durfte auf keinen Fall fehlen. Jemand sagte quasi nebenbei: Wer Norwegen in warm sucht, ist hier genau richtig.

Wer nach Geheimtipps für Ligurien im Oktober sucht und gern in der Natur unterwegs ist, sollte sich den Naturpark Aveto jedenfalls genauer anschauen.

Italienisches Leben und Gespräche, die in Erinnerung bleiben

Neben all den Ausflügen haben wir vor allem eines gemacht. Wir haben das italienische Leben genossen. Dazu gehörte natürlich das Essen. Pizza gab es reichlich, und auch Tomate-Mozzarella stand ziemlich hoch im Kurs.

Ich mag diesen italienischen Tagesrhythmus. Man isst spät, bleibt lange wach und nimmt sich Zeit, um zusammenzusitzen. Es gibt Abende, an denen irgendwann niemand mehr auf die Uhr schaut, weil das Gespräch gerade viel interessanter ist.

Genau solche Abende hatten wir. Wir haben uns intensiv über unseren Glauben unterhalten, über Kirche und darüber, was manche ultrafromme Christen aus dem Christsein machen.

Das waren teilweise wirklich spannende Gespräche. Wie entsteht eigentlich der Anspruch, dass andere ihren Glauben genauso leben müssen wie man selbst? Wo hört eine persönliche Glaubensüberzeugung auf und wo beginnt der Druck auf andere Menschen? Und weshalb fällt es manchen Christen so schwer, Menschen mit anderen Überzeugungen einfach stehenzulassen?

Solche Fragen beschäftigen mich als Pastor schon lange. Umso schöner finde ich es, wenn wir in einer Gruppe offen darüber sprechen können. Ich glaube, dass gerade solche Gespräche eine Freizeit besonders machen. Sie entwickeln sich oft nebenbei, wenn man gemeinsam unterwegs ist, abends zusammenhockt oder noch eine Weile sitzen bleibt, obwohl es eigentlich längst Zeit fürs Bett wäre.

Eine Fotorallye zwischen Italien und Ewersbach

Während unserer Freizeit gab es noch eine Aktion, die ich besonders gelungen fand.

Wir haben gemeinsam mit den Jugendlichen der Racoongang eine Fotorallye gemacht. Die Racoongang ist die Jugendgruppe des Kulturvereins Strassebersbach e.V.

Das Besondere daran war, dass wir uns physisch an ganz unterschiedlichen Orten befanden, fast so, wie das in der betaKirche immer ist. Die einen waren in Italien unterwegs und die anderen in Ewersbach. Trotzdem sind wir gegeneinander angetreten. Die Aktion kam richtig gut an.

Wie kommt man sonst auch auf die Idee, Ausschau nach einer Ziege zu halten, drei Vögel auf einem Stein zu fotografieren oder in Mittelhessen auf die Suche nach einem Kaktus zu gehen?

Vom Mittelmeer zum Lago Maggiore

Zum Abschluss unserer Reise führte uns der Weg noch an den Lago Maggiore. Damit hatten wir Ligurien bereits verlassen und waren im Piemont angekommen.

In Arona haben wir die Uferpromenade und die Altstadt erkundet. Besonders schön ist die Piazza del Popolo mit ihren historischen Gebäuden und den Restaurants direkt am See. Auf der gegenüberliegenden Seite erhebt sich die Rocca di Angera, eine mittelalterliche Burg, die über dem Wasser thront.

Auch hier haben wir uns Zeit genommen, das italienische Leben zu genießen. Und natürlich gab es noch einmal Pizza.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Flugzeug zurück. Der Blick über die Alpen war ein schöner Abschluss für eine Woche, in der wir unglaublich viel gesehen und erlebt hatten.

FSK18 – davon darf es gern mehr geben

Ich habe diese Freizeit wirklich genossen. Wir haben eine wunderschöne Gegend kennengelernt, tolle Ausflüge gemacht, gut gegessen und hatten jede Menge Zeit für gemeinsame Erlebnisse. Vor allem aber waren wir eine Gruppe von Erwachsenen, die einfach gern miteinander unterwegs war.

Genau das macht für mich den Reiz unserer FSK18-Freizeiten aus.

Man kann miteinander verreisen, neue Orte entdecken, Gespräche führen und Gemeinschaft erleben. Dabei gibt es Raum für ganz unterschiedliche Interessen und natürlich auch für die Fragen, die einen persönlich beschäftigen.

Deshalb wollen wir in den kommenden Jahren möglichst zwei FSK18-Freizeiten pro Jahr anbieten. Die nächste Reise ist also bereits eine Überlegung wert. Und ich bin gespannt, wo es dann hin geht.

Wer bei einer unserer nächsten FSK18-Freizeiten dabei sein möchte, sollte unbedingt meinen Newsletter abonnieren. Da informiere ich über die kommenden Reiseziele, Termine und Anmeldemöglichkeiten.

IMMERAKTUELL

ABONNIERE DEN NEWSLETTER UND BLEIBE IMMER INFORMIERT! ZWEI BIS DREI MAL PRO JAHR ERHÄLTST DU UPDATES ZU ANGEBOTEN UND TOLLEN REISEN.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Teilen

Newsletter

Mein Lieblingsmoment der Woche. Ein wöchentlicher Newsletter mit kurzen Impulsen und Momentaufnahmen aus dem Leben eines Pastors.

Kostenlos anmelden:

Termine

22/10/2026
25/10/2026
26/10/2026
09/11/2026
10/11/2026
11/11/2026
12/11/2026
13/11/2026
14/11/2026
15/11/2026

Werbung

instax mini 12™ Mint-Green
instax mini 12™ Mint-Green
Unverb. Preisempf.: 89,99 €
73,90 €
Sie sparen 16,09 €

Trauerfeiern

Sie brauchen einen Trauerredner? Hier können Sie mich schnell kontaktieren!