Gestern ging es endlich los. Vor uns lagen ziemlich viele Kilometer, eine Fährüberfahrt und die spannende Frage, ob wirklich alles in den Bus passen würde. Die Antwort lautete: Grade so.
Wir haben Taschen, Koffer und alles, was man für knapp zwei Wochen Jugendfreizeit braucht, in den Bus gepackt. Irgendwann war wirklich jede Ecke gefüllt und wir konnten uns auf den Weg Richtung Norden machen.

Die entspanntesten Busfahrer der Welt
Eine lange Busfahrt steht und fällt ein wenig mit den Menschen, die vorne sitzen. Mit unseren Busfahrern haben wir offenbar einen Volltreffer gelandet.
Wer kommt schließlich auf die Idee, für eine Jugendfreizeit eine eigene Spotify-Playlist mit Liedern zum Thema „Fasten your seatbelts“ zusammenzustellen?
Damit war ziemlich früh klar, dass diese Fahrt zumindest musikalisch etwas anders werden würde. Während draußen Deutschland und später Dänemark an uns vorbeizogen, wurde im Bus geredet, geschlafen, Musik gehört und immer wieder versucht, eine halbwegs bequeme Position zu finden.
Unser erstes großes Ziel war Hirtshals, ganz im Norden Dänemarks. Der Hafen ist einer der wichtigsten Ausgangspunkte für Fährverbindungen nach Norwegen. Von hier aus fahren täglich Schiffe nach Kristiansand.
Mit einem ziemlich großen Schiff nach Norwegen
In Hirtshals wechselten wir vom Bus auf die Fähre. Und diese Fähre war wirklich ein ganz schön großes Teil.
Die Strecke zwischen Hirtshals und Kristiansand führt über das Skagerrak und ist ungefähr 130 Kilometer lang. Je nach Schiff dauert die Überfahrt zwischen knapp zweieinhalb und etwa vier Stunden. Auf dieser Verbindung sind Fähren unterwegs, die mehrere hundert Fahrzeuge aufnehmen können. Unser Eindruck von einem riesigen Schiff war also durchaus berechtigt.
Während der Überfahrt gab es endlich etwas mehr Platz als im vollgepackten Bus. Man konnte herumlaufen, nach draußen schauen und beobachten, wie Dänemark langsam hinter uns verschwand.
Irgendwann tauchte vor uns die norwegische Küste auf. Mit der Ankunft in Kristiansand hatten wir Norwegen erreicht, allerdings noch längst nicht unser eigentliches Ziel.

Der Bus war plötzlich geschrumpft
Im Hafen von Kristiansand wartete bereits der nächste Bus auf uns. Nach dem großen Reisebus aus Deutschland wirkte er allerdings, als hätte ihn jemand während der Fährfahrt auf die Hälfte geschrumpft.
Auch eine Klimaanlage gehörte offenbar nicht zu seiner Ausstattung.
Also wurden Gepäck und Menschen erneut möglichst sinnvoll verteilt. Anschließend ging es von der norwegischen Südküste weiter ins Landesinnere und hinein in die Telemark.
Spätestens auf dieser Strecke wurde deutlich, warum wir für unsere Freizeit genau diese Region ausgesucht haben. Die Straßen führten vorbei an Wäldern, Seen, Felsen und immer neuen Ausblicken. Telemark wird wegen der Mischung aus Bergen, Tälern, Wäldern, Seen und Küstenlandschaften manchmal sogar als „Norwegen im Kleinformat“ bezeichnet.
Unser Ziel Hjartdal liegt mitten in dieser Landschaft. Die Gemeinde hat nur rund 1.600 Einwohner und besteht aus mehreren kleinen Orten und weitläufigen Naturgebieten. Rundherum gibt es Wälder, Flüsse, Seen und Berge. Damit sind wir jetzt ziemlich weit weg von Schule, Terminen und unserem normalen Alltag angekommen.
Müde, platt und endlich da
Irgendwann haben wir es tatsächlich geschafft. Nach der langen Fahrt durch Deutschland und Dänemark, der Überfahrt nach Kristiansand und den letzten Stunden im deutlich kleineren Bus standen wir endlich vor unserem Gruppenhaus in Hjartdal.
Jetzt sind wir müde, platt und froh, angekommen zu sein.
Der heutige Abend gehört deshalb vor allem dem Ausladen, Ankommen und Schlafen. Morgen werden wir erst einmal gehörig ausschlafen. Danach beginnen wir langsam damit, unser neues Zuhause und die Umgebung kennenzulernen.
Dann hört ihr wieder von uns.